Implantologie

Der Verlust eines bleibenden Zahnes ist leider in vielen Fällen unvermeidbar. Die Ursachen dafür können vielfältig sein. Das Ergebnis ist jedoch das Gleiche – eine mehr oder weniger große Lücke, die vielleicht sogar die Ästhetik wesentlich verschlechtert – zumindest aber das Gebiss System und den Kauakt negativ beeinflusst.

Zur Wiederherstellung von Ästhetik und Funktion werden meist Brücken verwendet, die fest auf den (durch Beschleifen verkleinerten) Nachbarzähnen zementiert werden. Ist eine Lücke zu groß oder fehlt gar ein, die Lücke begrenzter Nachbarzahn, wird eine Prothese (herausnehmbarer Zahnersatz) angefertigt. Dies ist für die meisten Menschen ein unangenehmer Gedanke und wird vielfach mit dem Verlust an Vitalität in Verbindung gebracht.

Sowohl das Beschleifen und damit das Schädigen der Nachbarzähne für eine Brücke als auch die Abfertigung einer herausnehmbaren Prothese bei großen Zahnlücken lassen sich vermeiden.

Zahnimplantate sind kleine Pfosten, die in den Kieferknochen eingepflanzt werden mit dem Ziel, hierauf feste Zähne zu verankern. Hierdurch kann die Brücke oder die herausnehmbare Prothese entfallen – für viele Menschen ein lang ersehnter Traum!

Die sichere Umgebung einer Praxis mit dem Tätigkeitsschwerpunkt  Implantologie ermöglicht nicht nur bei Patienten mit Vorerkrankungen, sondern auch bei ungünstigen Kieferverhältnissen, die  komplizierte Knochenaufbauten notwendig machen den Einsatz dieser segensreichen Methode. Der speziell  ausgebildete Implantologe mit langjähriger Erfahrung ist der richtige Ansprechpartner für die ambulante Versorgung mit Zahnimplantaten.

Derzeit sind allein in Deutschland Implantate von 80 verschiedenen Herstellern erhältlich, dazu kommen je Hersteller verschiedene Implantattypen und Formen. Der spezialisierte Fachmann wählt das richtige Implantatsystem und den passenden Typ für ihren Fall aus und hat Erfahrung mit dem System, das er zur Anwendung bringt.

Für Ihren Körper sind Implantate biologisch neutral, sie lösen keine Fremdkörperreaktion aus und verursachen keine allergische Reaktion. Gewährleistet wird dies durch Titan. Reintitan ist das Material, aus dem die meisten Implantattypen gefertigt sind. Es gibt einige Implantattypen, welche aus spezieller bioverträglicher Keramik gefertigt sind – jedoch spielen diese Implantate eine eher untergeordnete Rolle, zumal sie in verschiedener Hinsicht den Titanimplantaten unterlegen sind.

Die Form eines Implantates ist in der Regel einer Zahnwurzel nachempfunden. So sind sie meist zylindrisch oder zur Spitze hin konisch geformt. Das moderne Implantat ist mit einem Gewinde, welches einer Schraube ähnelt, versehen. Dies dient der Erzielung einer möglichst großen Stabilität direkt nach dem Einsetzen. Darüber hinaus wird die Oberfläche des Implantats speziell behandelt, um den Verbund mit dem Kieferknochen zu verbessern.

Implantate - FAQ

Heute ist man in der Lage, Implantationen bei fast jedem Patienten durchzuführen. Noch vor 10 Jahren gab es eine ganze Reihe von unumstößlichen Kontraindikationen in der Implantologie. Durch verbesserte chirurgische Techniken, neue Materialien und spezielle Implantate ist es möglich, Implantationen auch in schwierigen Fällen mit Erfolg durchzuführen. Das Alter eines Menschen hat keinen Einfluss auf die Entscheidung für eine Implantation – eine obere Altersgrenze gibt es nicht. Dies ist wichtig, denn insbesondere für ältere Menschen sind Implantate besonders segensreich.

Es existieren weltweit über 350 Implantatsysteme mit verschiedensten Formen und Variationen. Grundsätzlich besitzen moderne und erfolgreiche Implantatsysteme bestimmte Eigenschaften. Dies sind:

– Ein Schraubenförmiges Design (wobei sich die Gewindetypen je nach Einsatz und Hersteller sehr stark unterscheiden) – Das Material Titan, welches besonders biokompatibel ist und eine feste Einheilung in den Knochen ermöglicht. 

Darüber hinaus gibt es Implantatsysteme mit anderen Formen oder aus anderen Materialien – diese besitzen jedoch nur untergeordnete Bedeutung, werden kaum angewandt.

Implantate unterscheiden sich jedoch nicht nur in Form und Material, sondern auch in ihrer speziellen Oberfläche und dem Verbindungstyp zum Zahnersatz. Diese beiden Faktoren sind von großer Bedeutung bei der Einheilung und der Langzeitstabilität von Zahnimplantaten.

„Billig – Implantate“ bieten nicht die gleiche Einheilqualität und spätere Stabilität, wie  bewährte Implantatsysteme. Auch wenn dies sich in den Materialkosten niederschlägt, lohnt sich die Mehrinvestition – sie ist Teil des Erfolges!

Der Preis für ein Implantat hängt von verschiedenen Faktoren ab: Dem Implantatsystem, dem Verbindungsmechanismus zwischen Implantat und Zahnersatz (Krone, Brücke, Prothese, etc.) und natürlich von Material und Laborkosten. Darüber hinaus kommt es darauf an, ob zusätzliche Maßnahmen am Kieferknochen durchgeführt werden müssen (Aufbau).

Bei unkomplizierten Fällen kann man mit ca. 1500,- bis 2000,- Euro rechnen

Je nachdem, ob Sie gesetzlich oder privat Krankenversichert sind – sie bekommen in beiden Fällen eine Erstattung von der Krankenkasse – diese unterscheidet sich jedoch in ihrem Umfang.

Der gesetzlich Krankenversicherte hat seit Einführung des sogenannten Festzuschuss-Systems die Möglichkeit, auch im Fall einer implantologischen Versorgung einen Zuschuss von seiner Krankenkasse zu bekommen. Wie hoch dieser Zuschuss ist, ist vom Zahnstatus abhängig.

Der privat Krankenversicherte bekommt seinen Vertrag gemäß Erstattung implantologischer Leistungen (in der Regel werden nicht mehr als 80% der Gesamtkosten übernommen). Bei manchen Verträgen gibt es Beschränkungen, beispielsweise auf 6 Implantate je Kiefer.

Zahnzusatzversicherungen versprechen, die finanzielle Belastung für den Versicherten deutlich zu verringern. Der Abschluss einer solchen Versicherung kann sehr sinnvoll sein, wenn man den richtigen Vertrag wählt.

Angebote von Versicherungen gibt es mehr als genug – sicher hatten Sie auch schon einige im Postkasten. Schließen Sie das Angebot bei Versicherung XY ab, ohne zu wissen, welche Leistungen für Sie individuell wichtig sind, so kann es sein, dass später eine Erstattung nicht oder nicht im gewünschten Umfang durch die Versicherung möglich ist. Bei der Auswahl einer passenden Versicherung ist es sehr sinnvoll zunächst die eigene „Zahn-Risikosituation“ zu kennen – dabei hilft der Hauszahnarzt gerne. Er kann Ihnen erläutern, welche Zahnbehandlungen in den nächsten Jahren auf Sie zukommen könnten und welche Leistungen in einer Zusatzversicherung abgedeckt sein sollten. Darüber hinaus erstellt er Ihnen auch den aktuellen Zahnbefund, den Sie für den Abschluss der Versicherung benötigen.

Hilfestellung bei der Auswahl der richtigen Versicherung können Sie darüber hinaus von einem unabhängigen Versicherungsmakler bekommen. Eine weitere Quelle ist die sogenannte „Waizmann-Tabelle“ in der Sie Versicherungen vergleichen und  Ihren persönlichen Beitrag berechnen können (www.waizmanntabelle.de und www.hanswaizmann.de ).

Auch wenn Sie ein volle Kostendeckung durch die Zusatzversicherung nicht erreichen können, so lohnt sich der Abschluss wenn Sie: 
– Unter einer Parodontitiserkrankung leiden
– Großflächig gefüllte Zähne haben – Mehrere Wurzelbehandelte Zähne

Einen umfangreichen Zahnersatz, welcher älter als 10 Jahre ist, tragen (Kronen, Brücke, herausnehmbarer Zahnersatz)

Bedenken Sie, dass Zähne, die bei Vertragsabschluss bereits fehlen, nicht mitversichert sind!

Gut ausgebildete (Zusatzqualifikation) und erfahrene Implantologen erkennt man an Ihrem Tätigkeitsschwerpunkt, der durch eine Fachgesellschaft verliehen wird. Dazu gibt es genaue Kriterien, die der Zahnarzt erfüllen muss. 

Implantate sind ein fester Bestandteil der modernen Zahnheilkunde – wenn Sie sich bereits für eine Versorgung mit Implantaten entschlossen haben oder sich entsprechend beraten lassen möchten, fragen Sie zunächst Ihren behandelnden Zahnarzt nach seiner Erfahrung mit diesem Fachgebiet. Falls Ihr Zahnarzt nicht über Erfahrungen mit implantologischen Behandlungsmethoden verfügt oder diese Verfahren ablehnt, wenden Sie sich an einen ausgewiesenen Fachmann für implantologische Versorgungen.

Implantologen, die den sogenannten „ Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie „ führen, verfügen über das notwendige Fachwissen und die Erfahrung, um eine implantologische Behandlung mit Erfolg durchführen zu können.

Der durch eine Fachgesellschaft (z.B. DGI – Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Zahn- Mund- und Kieferbereich) zertifizierte Tätigkeitsschwerpunkt  setzt voraus, dass der Implantologe

 

  • eine spezielle, mehrjährige Fortbildung absolviert hat
  • jedes Jahr mindestens 50 Implantate setzt
  • mindestens 200 Implantate gesetzt hat
  • mehrjährige implantologische Erfahrung hat
  • sich im Fachgebiet der Implantologie ständig fortbildet, um auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu sein

 

Zertifizierte Implantologen finden Sie in einem Implantologenregister, das beispielsweise von  den erwähnten Fachgesellschaften (DGI, etc.) angeboten wird. Dort können Sie nach erfahrenen Implantologen in Ihrer Umgebung suchen.

Ein komplexes Thema – rein finanziell betrachtet zunächst sicher eine lohnende Sache – in einigen Ländern werden Implantatbehandlungen deutlich günstiger als in Deutschland angeboten. Wenn Sie also ein solches Angebot in Betracht ziehen bedenken Sie bitte:

 

  • Wie plane ich zeitlich – wenn Termine zur Nachsorge anstehen –normalerweise immer im Zeitraum von 2 Wochen nach der OP- bin ich dann noch im Ausland vor Ort??
  • Wie erfahre ich, ob mein Operateur qualifiziert genug ist?
  • Was ist mit der Qualität der verwendeten Materialien?
  • Wie steht es mit der Gewährleistung, wer bessert etwas nach, wenn nötig – Ihr Hauszahnarzt wird keine Hand anlegen – Nachbesserungen müssen vom Verursacher  behandelt werden.
  • Im schlimmsten Fall – bei einer Auseinandersetzung mit dem Operateur im Ausland: Der Gerichtsstand ist das Land, in dem die Behandlung stattgefunden hat und dort gelten andere Rechtsmaßstäbe, als bei uns.

Die Vorstellung, dass ein Implantat durch eine Bohrung in den Kieferknochen eingebracht wird, klingt unwillkürlich schmerzhaft. Entgegen dieser Vorstellung ist es so, das Implantatbehandlungen, im Vergleich zu anderen Zahnchirurgischen Eingriffen deutlich schmerzärmer sind. Bei unkomplizierten Implantationen berichten viele Patienten später, dass sie völlig ohne die Einnahme von Schmerzmedikamenten frei von Beschwerden waren. Bei komplexeren Eingriffen dauert es in der Regel nur 1-2 Tage bis keine Schmerzmedikamente mehr benötigt werden.

Der Eingriff selbst erfordert lediglich lokale Betäubung – wie bei jeder anderen zahnärztlichen Maßnahme, wie beispielsweise einer Füllung.

Die Einheilzeit von Zahnimplantaten wird heute oftmals als Instrument zur Vermarktung und Patientengewinnung gebraucht. So ist das Stichwort Sofortbelastung bei Implantaten – also die Versorgung mit Zahnersatz direkt nach der Implantation- sehr gefragt. Das dies nur in seltenen Fällen möglich ist, wird oft verschwiegen.

Generell liegen die Einheilzeiten bei 6 Wochen bis 6 Monaten, abhängig davon, wie stark der Kieferknochen ist (evtl. notwendige Knochenaufbauten verzögern die Belastung), wie fest das Implantat eingedreht werden konnte, welche Oberfläche das Implantat hat (wichtiges Einheilkriterium s.o.) und was für eine Zahnersatz auf das Implantat gefertigt werden soll.

Implantate sind unempfindlich gegen Karies, sie können mechanisch kaum zerstört werden. Geschützt werden müssen Implantate hingegen vor einer Parodontitis Erkrankung (der Entzündung des Zahnfleischs, verbunden mit Abbau des Kieferknochens). Diese beim Implantat Periimplantitis genannte Erkrankung kann einen Verlust eines Implantates zur Folge haben, wenn man Sie nicht behandelt.

Deswegen ist eine gute Mundhygiene sehr wichtig. Diese sollte durch zusätzliche Maßnahmen, wie die professionelle Zahnreinigung (PZR) und regelmäßige Kontrolluntersuchungen unterstützt werden.

Die Haltbarkeit von Implantaten ist  nach erfolgreicher Einheilphase nicht begrenzt! Das heißt, Ihre Implantate halten ein Leben lang – vorausgesetzt Sie beachten die o.g. Hinweise zur Pflege und Kontrolle.

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Zusatzversicherungen

Ob es die sogenannte „Praxisgebühr“ (eigentlich müsste sie Kassengebühr heißen!!!) oder die Zuzahlungen für Arzt- und Zahnarztbehandlungen sind – der Versicherte (egal ob gesetzlich oder privat) wird finanziell immer stärker…Vollständig anzeigen

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Die Kosten für eine Versorgung mit Zahnimplantaten hängen von einer ganzen Reihe von Faktoren ab: Anzahl der ImplantateNotwendigkeit von Knochenaufbauten oder anderen chirurgischen Techniken zur Verbesserung des Implantathaltes…Vollständig anzeigen

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Gesetzliche Krankenversicherung Seit dem Jahr 2005 gibt es nicht mehr die altbekannte prozentuale Bezuschussung seitens der gesetzlichen Krankenkassen. Es gilt nunmehr die so genannte Festkostenzuschussregelung. Hierbei gilt,…Vollständig anzeigen